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Ein Verein, ein Antrag, viele Antworten – und Impulse für die Zukunft der Kirche

Seit seiner Gründung im November 2025 ist der Verein „Aufbruch SELK e. V.“ für viele Kirchglieder, Pfarrpersonen und Gemeinden zu einem Ort geworden, an dem Zukunftsfragen der Kirche offen angesprochen und gemeinsam weitergedacht werden. Nun hat der Verein zwei umfangreiche FAQ-Sammlungen veröffentlicht, die zu den Vereinszielen sowie zur finanziellen Lage in der SELK Orientierung bieten und zur Auseinandersetzung einladen.

>>> Direkt zu den FAQs: Häufig gestellte Fragen zum Verein Aufbruch SELK // Häufig gestellte Fragen zum Antrag „AKK-Vorbehalt“

Die erste Sammlung widmet sich grundlegenden Fragen rund um den Verein selbst. Sie macht deutlich, wofür „Aufbruch SELK“ steht: für eine Kirche, in der Verantwortung auf viele Schultern verteilt wird, in der Gemeinden und Laien aktiv mitgestalten und in der wichtige Zukunftsfragen nicht aufgeschoben, sondern konstruktiv bearbeitet werden. Themen wie Beteiligung, Transparenz und das „Priestertum aller Gläubigen“ stehen dabei im Zentrum. Gleichzeitig wird klar: Der Verein versteht sich nicht als Alternative zur SELK, sondern als Teil von ihr – engagiert, vernetzend und unterstützend.

Besonders aktuell ist die zweite FAQ-Sammlung zum Antrag „AKK-Vorbehalt“, den der Verein erarbeitet und in einer Online-Veranstaltung vorgestellt hat. Der Antrag wurde inzwischen in mehreren Gemeinden beschlossen, steht in weiteren Gemeindeversammlung auf der Tagesordnung und stößt auf großes Interesse. Die dazugehörigen Fragen und Antworten greifen die konkreten Überlegungen vor Ort auf: Wie können Gemeinden verantwortungsvoll mit der angespannten Situation aufgrund von sehr gegensätzlichen Positionen umgehen? Wie lassen sich Entwicklungen frühzeitig benennen, statt erst dann zu reagieren, wenn Probleme eskalieren und die Finanzierung der Gehälter und Pensionen gefährdet ist? Und wie kann die Basis der Kirche ihre Wahrnehmungen und Anliegen in die gesamtkirchlichen Prozesse einbringen?

Die Antworten zeigen: Der Antrag versteht sich als Beitrag zu einem offenen und verantwortlichen Umgang mit der aktuellen Situation der SELK. Er will dazu beitragen, Entwicklungen transparent zu machen, Gespräche anzustoßen und gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen. Ziel ist es, die Kirche zu stärken, Menschen zu halten und Perspektiven für die Zukunft zu eröffnen.

Beide FAQ-Sammlungen sind damit mehr als Informationsangebote. Sie sind eine Einladung, sich einzubringen, mitzudenken und Verantwortung zu übernehmen. Wer sich für die Zukunft der SELK interessiert, findet hier zahlreiche Anknüpfungspunkte – und vielleicht auch den Impuls, selbst Teil des Gesprächs zu werden.

(ms)
06.04.2026

 

4 Kommentare zu „Ein Verein, ein Antrag, viele Antworten – und Impulse für die Zukunft der Kirche“

  1. Reinhard Borrmann, Berlin

    Heute war der Text der ökumenischen Bibellese so: „Ertragt einer den andern in Liebe und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens: ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung; ein Herr, ein Glaube, eine Taufe; ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.“ Epheser 4, 2-6

    Ich finde, das ist ein Bibeltext, der uns mahnen sollte. Was verbindet uns, welche gemeinsamen Aufgaben haben wir. Unser Gott ist stark und kann verändern. Wir können füreinander beten. Gott findet vielleicht andere Themen wichtiger als unsere Lieblingsthemen. Wir können Gott fragen.

    Auch in der ehrenamtlichen Mitarbeit geht es doch nur mit Gottes Hilfe und liebevoller Teamarbeit. Im Team stützt doch jeder den anderen, wenn Krankheit oder Unglück oder Misserfolg um die Ecke kommt.

    Jesus hat es im Johannesevangelium so gesagt: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.“ Johannes 13,34-35.

  2. Lieber Herr Borrmann,
    wenn ich Sie richtig verstehe, denken Sie, dass man nur in Liebe und Frieden miteinander umgehen kann wenn man auch gleicher Meinung ist.
    Dem ist nicht so.
    Man kann in liebevoller Weise miteinander streiten und ringen um ein bestimmtes Thema.
    Ich glaube, dass wir in der Selk vielmehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede haben.
    Wir stehen auf einer gemeinsamen Basis. Das ist Jesus, die Bibel und Luther.
    Über unserer Ordnungen darf man streiten und muss es sogar.
    Wichtig dabei ist immer wieder das Gebet mit der Bitte um den Heiligen Geist, der zur Erkenntnis führen möge.
    Wichtig ist ein ehrlicher und respektvoller Umgang miteinander. Dann werden auch wieder Menschen in unserer Kirche ein Zuhause finden, die sich seit Jahrzehnten ausgegrenzt, missverstanden und ungewollt fühlen.
    Das wünsche ich mir für unsere Kirche und hoffe, dass alle Selkies es schaffen sich mit offenem Herzen zu begegnen besonders die wenigen Pastoren, die sich mit großer Engherzigkeit in dem Thema Frauenordination zeigen.
    Allen Lesern wünsche ich Gottes Segen.

  3. Reinhard Borrmann, Berlin

    Lieber Herr Krüger,

    ich arbeite als Ehrenamtlicher im Team für die Gemeinde. Sicherlich habe ich viel falsch gemacht und vielleicht zu wenig gearbeitet.

    Es gibt doch in der praktischen Arbeit noch andere Probleme als das Geschlecht von Hauptamtlichen auf weiblich zu ändern. Mir fallen da viele Beispiele für Probleme aus der ehrenamtlichen Arbeit ein.

    Wie geht es uns, wenn die Gemeinde mehrere Jahre ohne Hauptamtlichen ist. Dann müssen die Ehrenamtlichen mehr Aufgaben übernehmen. Aber das geht nur mit liebevollen Umgang und Konflikte zu bearbeiten und zu lösen mit dem Blick auf den gemeinsamen Auftrag. Wenn die Kraft für Konflikte austragen reduziert wird, dann gibt es mehr Kraft und Zeit für die praktische Gemeindearbeit.

    Wir haben aktuell das Problem, dass die Zahl der Stellen im Kirchenbezirk stark reduziert wird. Trotzdem muss doch das Reich Gottes gebaut werden.

    Wie schwer ist es, Verantwortung zu tragen. Auch als Kirchenvorsteher. Wenn alles gut geht, dann kommen viele Wünsche und Forderungen. Wenn aber etwas schief geht, dann ist man allein. Dann gibt es auch noch das Gelübde als Vorsteher, dass wir Gott gegeben haben. Das war nicht leicht und manchmal belastend. Pastoren und Bischöfe haben auch Gelübde abgelegt. Gott gegenüber.

    Ich denke an meinen Vater, der mit mir Andacht gehalten hat und gebetet hat. Er hat gebetet: Lass mich nicht den breiten Weg gehen, den alle gehen, sondern den schmalen Weg, den Jesus will. Heute bete ich auch so. Dazu brauche ich Gottes Hilfe und habe bestimmt schon viel falsch gemacht. Aber da ist das Kreuz und die Vergebung. Ich habe die Zusage von Gott bekommen, dass meine Kindschaft zu Gott im Himmel verankert ist und sie fest und gewiss ist. Das tröstet mich.

    Liebe Grüße: Reinhard Borrmann

    1. Lieber Herr Borrmann,
      der Satz von Ihnen „Es gibt doch in der praktischen Arbeit noch andere Probleme als das Geschlecht von Hauptamtlichen auf weiblich zu ändern“ hat mich irritiert.
      Es geht doch den Befürwortern der FO nicht um eine Geschlechtsänderung, sondern darum, dass auch Frauen Pfarrerinnen werden können, um möglichst vielen Menschen das Evangelium zu verkündigen.

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