Wenn am Donnerstag die 4. Tagung der 15. Kirchensynode der SELK beginnt, mag das zunächst nach einem Termin für Kirchenleitungen, Superintendenten und gewählte Synodale klingen. Tatsächlich geht es aber um weit mehr: Es geht um die Zukunft unserer Kirche – und damit um Themen, die uns alle betreffen.
Die SELK befindet sich mitten in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Sinkende Mitgliederzahlen, weniger ordinierte Amtsträger, strukturelle Herausforderungen und nicht zuletzt die Diskussionen um die Frauenordination stellen unsere Kirche vor wichtige Entscheidungen. Gerade deshalb ist es ein gutes Zeichen, dass die Synode in dieser Legislaturperiode bereits zum vierten Mal zusammentritt. Selten zuvor wurde so intensiv über die Zukunft unserer Kirche beraten.
Und selten war es so einfach, dabei zu sein.
Da die Synode vom 18. bis 20. Juni als Online-Sitzung stattfindet, können interessierte Gemeindeglieder die Beratungen über Alfaview live verfolgen. Wer wissen möchte, wie Entscheidungen in der SELK entstehen, welche Argumente ausgetauscht werden und welche Wege für die Zukunft diskutiert werden, erhält hier einen unmittelbaren Einblick.
Hier die Informationen zum Zugang zu den Sitzungen für Gäste, veröffentlicht vom Präsidium der 15. Kirchensynode (Link zum entsprechenden Dokument). Gäste können über die Plattform „Alfaview“ teilnehmen, es gibt für jeden Sitzungstag einen eigenen Link:
Link für Donnerstag, 18.06.2026, 14.30-21.30 Uhr
Gute Kommunikation, Transparenz und verlässliche Informationen sind wichtige Voraussetzungen für eine lebendige Kirche. Entscheidungen werden besser verstanden und konstruktiver begleitet, wenn möglichst viele Gemeindeglieder die Diskussionen selbst verfolgen können. Denn die Synode endet nicht nach den Abstimmungen. Das Gespräch über die Zukunft der Kirche wird anschließend in Gemeinden, Bezirken und persönlichen Begegnungen weitergehen. Wer die Debatten verfolgt hat, kann daran informierter teilnehmen.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen in diesem Jahr zwei Themenbereiche.
Zum einen werden die Synodalkommissionen „Einheit“ und „Trennung“ ihre Zwischenberichte vorstellen. Beide Kommissionen wurden nach den kontroversen Entwicklungen der vergangenen Jahre eingesetzt und beschäftigen sich mit der Frage, wie die SELK ihre Zukunft gestalten kann. Ihre Berichte dürften wichtige Hinweise darauf geben, welche Wege derzeit innerhalb der Kirche diskutiert werden. Diese Berichte werden nach dem vorläufigen Zeitplan am Freitag um 14 Uhr vorgestellt. Der Bericht der Einheitskommission kann bereits jetzt über die öffentlich zugänglichen Synodalunterlagen in der „Luckycloud“ gelesen werden (Zugangslink und Passwort hierfür finden sich ebenfalls im Infodokument zur Teilnahme für Gäste).
Zum anderen wird die Synode über einen Antrag beraten, der die Frage aufwirft, ob die Ablehnung der Frauenordination Teil des Bekenntnisstandes der SELK ist oder nicht (Antrag 435, hier der Text). Diese Frage berührt nicht nur die Debatte um die Frauenordination selbst, sondern grundlegende Fragen kirchlicher Einheit, theologischer Vielfalt und der Zuständigkeiten von APK und Kirchensynode. Weitere Informationen zum Antrag in diesem Beitrag.Natürlich gibt es noch viele andere wichtige Themen, darunter Fragen der pastoralen Versorgung und struktureller Änderungen angesichts des Pfarrermangels – alle Anträge in der „Luckycloud“ (s.o.).
Wer nur einzelne Teile der Synode verfolgen möchte, sollte sich zunächst insbesondere den Freitagnachmittag vormerken. Dort stehen die Berichte der Kommissionen auf der Tagesordnung. Nach Beratungen in Ausschüssen und Arbeitsgruppen werden dann die Anträge (und ggf. daraus hervorgegangene Leitanträge) am Samstagvormittag im Plenum diskutiert und abgestimmt.
Die Synode braucht unser Gebet. Sie braucht aber auch unsere Aufmerksamkeit. Nutzen wir die Gelegenheit. Public Viewing muss nicht immer Fußball sein, außerdem spielt die deutsche Fußballnationalmannschaft der Herren ja erst wieder am Samstagabend. Bis dahin heißt es: Public Viewing? – SELK-Synode!
(ms)
16.06.2026
Beitragsbild erstellt von der Redaktion unter Verwendung der KI ChatGPT.
