Jetzt ist die Zeit, uns gegen Fundamentalismus in unserer Kirche und Gesellschaft zu engagieren. Vor wenigen Tagen hat Bischof Hans-Jörg Voigt vor Versuchen gewarnt, uns als SELK politisch vereinnahmen zu lassen. Die Strategien der AfD, gezielt in freikirchliche und konservativ-christliche Milieus hineinzuwirken, machen deutlich: Wir müssen darüber reden, wie anfällig Kirche und christlicher Glaube für einen rechtsextremen „Kulturkampf“ sind.
Denn auch in unserer Kirche begegnen uns zunehmend Denkweisen, die komplexe theologische Fragen auf vermeintlich eindeutige Antworten reduzieren: ein Bibelverständnis, das historische und gesellschaftliche Kontexte ausblendet, starre Vorstellungen von Geschlechterrollen und Familie, eine scharfe Abgrenzung gegenüber anderen theologischen Positionen oder die Überzeugung, allein im Besitz der Wahrheit zu sein. Wo daraus ein Denken in „richtig“ und „falsch“, „wir“ und „die anderen“ entsteht und der offene theologische Diskurs unter Verdacht gerät, müssen wir genauer hinschauen. Denn genau solche fundamentalistischen Denkmuster können schließlich auch Anknüpfungspunkte für christlich-nationalistische und rechtsextreme Vereinnahmung bieten.
Wir wollen nicht wegsehen. Wir wollen verstehen, diskutieren – und handeln.
Deshalb laden der Verein Aufbruch SELK und die Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main am 19. September zum Info- und Workshoptag „Geschlossene Gesellschaft?“ ein.
Wir wollen gemeinsam fragen: Was ist Fundamentalismus eigentlich? Wo begegnet er uns – vielleicht auch in unseren eigenen Gemeinden? Wie unterscheiden wir eine klare theologische Überzeugung von fundamentalistischer Abschottung? Was macht christlichen Nationalismus attraktiv? Welche Rolle spielen rechte und fundamentalistische Influencer*innen? Und vor allem: Was können wir selbst tun, damit unsere Gemeinden Orte des Glaubens bleiben, an denen unterschiedliche Menschen miteinander reden, fragen und auch streiten können?
Den Auftakt unseres Infotags macht Dr. Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit einem einführenden Vortrag. Anschließend gibt es Raum für Austausch und am Nachmittag vier parallel zueinander stattfindende Workshops:
- Lutherische Hermeneutik mit Prof. Achim Behrens und Thomas Krüger
- „Schöpfungsordnung“, Geschlechterrollen und Familienleben mit Katharina Hänel und Pfarrer Manfred Holst
- Christlicher Nationalismus in den USA – und wie sieht es in Deutschland aus? mit Dr. Daniel Rudolphi und Dr. Elke Hildebrandt
- Rechte und fundamentalistische Influencer*innen mit Jason Liesendahl und Michael Sommer
Wir wollen und werden mit unserer Veranstaltung niemanden an den Pranger stellen und niemandem vorschnell ein Etikett aufkleben. Gerade weil die Debatten in unserer Kirche kontrovers sind, brauchen wir das persönliche Gespräch. Kommt nach Frankfurt, bringt eure Erfahrungen und Fragen mit, hört zu, diskutiert mit – auch und gerade dann, wenn ihr manches anders seht.
Damit wir Arbeitsgruppen, Räume und Verpflegung gut planen können, brauchen wir jetzt eure Anmeldung.
Also: Wartet nicht bis September. Meldet euch jetzt an – und sagt es in euren Gemeinden weiter!
„Geschlossene Gesellschaft?“ – Info- und Workshoptag zu Fundamentalismus in Kirche und Gesellschaft
📅 Samstag, 19. September 2026 | 9.30–16.00 Uhr
📍 Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main | Theobald-Christ-Straße 23–25
💻 Teile des Programms werden auch online übertragen.
🎟️ Die Teilnahme ist kostenlos.
Hier online zum Info- und Workshoptag „Geschlossene Gesellschaft?“ anmelden
Aufbruch SELK in Kooperation in Kooperation mit der Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main
August 2026
Rückfragen zur Veranstaltung bitte an: veranstaltungen@aufbruch-selk.de
Das Beitragsbild wurde von der Redaktion unter Verwendung der KI ChatGPT erstellt.
Informationsmaterialien:
Ein Aushang zum Ausdrucken für das Schwarze Brett der Gemeinde oder zum Auslegen/Mitnehmen kann hier heruntergeladen werden.
Die folgende Kurzfassung der Ankündigung kann für Gemeindebriefe verwendet werden. Sie kann ohne Rückfrage abgedruckt und auch verändert oder erweitert werden. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie den Veranstaltungshinweis veröffentlicht haben (E-Mail an veranstaltungen@aufbruch-selk.de)
Geschlossene Gesellschaft?
Info- und Workshoptag zu Fundamentalismus in Kirche und Gesellschaft
Fundamentalistische Strömungen prägen zunehmend gesellschaftliche und kirchliche Debatten – auch innerhalb christlicher Gemeinden. Wie beeinflussen Bibelverständnis, Autorität, Tradition und soziale Medien unsere Kirche? Wo liegen Chancen einer klaren Orientierung im Glauben, wo entstehen Risiken für Gesprächsfähigkeit und kirchliche Gemeinschaft?
Der Verein Aufbruch SELK e. V. und die Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK laden deshalb zu einem Informationstag ein, der Raum für eine sachliche, respektvolle und fundierte Auseinandersetzung mit diesen Fragen schaffen möchte. Dabei geht es ausdrücklich nicht um die Bewertung von Personen, sondern um die Reflexion von Entwicklungen und Positionen in Kirche und Gesellschaft.
Den Auftakt bildet ein Vortrag von Dr. Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, mit anschließender Diskussion. Darüber hinaus gibt es Gesprächsgruppen und Workshops zu Themen wie Schriftauslegung, Geschlechterrollen, christlichem Nationalismus sowie dem Einfluss religiöser Influencer*innen.
Samstag, 19. September 2026, 9.30–16.00 Uhr
Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK
Theobald-Christ-Straße 23–25, 60316 Frankfurt am Main
Die Teilnahme ist kostenlos und vor Ort oder online möglich. Wir bitten um Anmeldung unter: https://t1p.de/geschlossene-gesellschaft
Weitere Informationen unter https://mitten-aus-der-selk.de/geschlossene-gesellschaft
Das Beitragsbild kann ebenfalls für Gemeindebriefe verwendet werden, Download hier, ebenso kann ein QR-Code zur Anmeldung hier heruntergeladen werden. Die Materialien sind frei verwendbar.

Wenn jemand mit dem Finger auf Andere zeigt, dann zeigen drei Finger auf ihn zurück.
Eine eigene Meinung zu haben und gegen den Strom zu schwimmen erfordert Mut. Als Christen sollten wir diesen Mut haben und es macht auch stark gegen Drogen, Alkohol, Selbstdarstellen in sozialen Medien. Wir haben doch einen Maßstab, der uns leitet Richtiges und Falsches zu unterscheiden: unsere Bibel. Wenn wir dabei und darüber beten, dann schenkt uns doch der Heilige Geist Weisheit, das Richtige zu erkennen. Oft ist das ein Prozess, ein Weg.
Ich finde es wichtig, mit Andersdenkenden ins Gespräch zu kommen und die Gruppenbeeinflussungen zu überwinden. Projekte zusammen zu machen, Begegnungen beim Kirchenkaffee oder bei der Gemeindefreizeit zu haben. Unser Gott geht doch einen Weg mit uns. Wir sollten nicht auf den „Jetzt Zustand“ sehen, sondern wie es sein wird, wenn jemand wächst durch den Weg mit Gott und Jesus. Wie können wir zu einem Miteinander kommen und andere verstehen. Wir als Christen sollen doch Salz in der Suppe sein.
Wir sollten Mut haben in eine geschlossene Gruppe zu gehen, hinter unserem Rücken die Hände zu falten und Gott um Hilfe bitten und liebevoll ins Gespräch kommen, geleitet von Gottes Wort.
Die Bibel gibt uns doch Leitlinien wie wir Dinge beurteilen sollen bei politischen und gesellschaftlichen Fragen. Das kann auch Verfolgung und Gefängnis bedeuten wie vor 80 Jahren oder auch in der DDR.
Ich habe die KI Copilot gefragt und viele Hinweise bekommen. Hier nur einige, die ich wichtig und richtig finde:
Die Bibel gibt ethische Leitlinien, an denen man politische Aussagen messen kann:
• Gerechtigkeit für alle Menschen
• Schutz der Schwachen
• Wahrhaftigkeit
• Frieden statt Feindschaft
• Würde jedes Menschen als Gottes Ebenbild
Christen sollen nicht spalten, sondern segnen und Frieden suchen:
• Epheser 4,29 (25-32)„Kein schlechtes Wort komme aus eurem Mund…“
• Matthäus 5,44 (-45)„Liebt eure Feinde.“
• Jakobus 3,9–10 (1-12) Warnung vor verletzender Sprache.
Fremde sollen fair, würdig und liebevoll behandelt werden. Die Bibel erlaubt Grenzschutz, aber verbietet Härte, Verachtung oder Ungerechtigkeit.
• 3. Mose 19,34 (33-34) „Der Fremde soll wie ein Einheimischer gelten; du sollst ihn lieben wie dich selbst.“
• 5. Mose 10,18–19 Gott „hat die Fremdlinge lieb“ und gebietet: „Darum sollt auch ihr die Fremdlinge lieben.“
• Hebräer 13,2 „Gastfrei zu sein vergesset nicht.“
• Jesus war als 2 jähriger ein Flüchtling, als er vor Herodes flüchten musste mit seinen Eltern.
Lieber Reinhard,
danke für Deinen Beitrag.
Genau darum geht es ja bei diesem Infotag, dass wieder diese wichtigen Aussagen der Bibel an Leuchtkraft gewinnen. Jede und jeder ist zu diesem Tag eingeladen, um dafür Kraft zu schöpfen.
Herzliche Grüße,
Elke