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Geschlossene Gesellschaft? – Infotag Fundamentalismus in Frankfurt

Geschlossene Gesellschaft?

Info- und Workshoptag zu Fundamentalismus in Kirche und Gesellschaft
von Aufbruch SELK e. V. in Kooperation mit der Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK

Samstag, den 19. September, 09.30 – 16.00 Uhr,
in den Räumen der Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK
Theobald-Christ-Straße 23-25
60316 Frankfurt am Main

Die Teilnahme ist kostenlos, wir bitten um Anmeldung unter https://t1p.de/geschlossene-gesellschaft . Die Zugangsdaten zur Online-Teilnahme bzw. Links zum Livestream werden kurz vor der Veranstaltung per E-Mail versendet.

Fundamentalistische Strömungen prägen seit einigen Jahren gesellschaftliche und kirchliche Debatten in vielen Ländern und Konfessionen. Sie begegnen uns in sozialen Medien, in politischen Bewegungen und zunehmend auch in christlichen Gemeinden. Dabei handelt es sich nicht um ein Phänomen bestimmter Länder oder Religionen, sondern um eine Herausforderung, die uns alle betrifft.

Auch innerhalb der SELK nehmen viele Menschen Entwicklungen wahr, die Fragen aufwerfen: Wie gehen wir mit unterschiedlichen Bibelverständnissen um? Welche Rolle spielen Autorität, Tradition und Auslegung? Wie verändert der Einfluss digitaler Medien und religiöser Influencer*innen unsere Gemeinden? Wo liegen die Chancen einer klaren Orientierung im Glauben – und wo entstehen Risiken für Gesprächsfähigkeit, Offenheit und kirchliche Gemeinschaft?

Mit dem Informationstag „Geschlossene Gesellschaft?“ möchten der Verein Aufbruch SELK und die Trinitatisgemeinde Frankfurt Raum für eine sachliche, respektvolle und fundierte Auseinandersetzung mit diesen Fragen schaffen. Dabei ist uns wichtig: Wenn wir über „Fundamentalismus“ sprechen, dann über Positionen und Vorgänge in Kirche und Gesellschaft. Es geht ausdrücklich nicht darum, Menschen zu kritisieren, zu etikettieren oder gegeneinander auszuspielen.

Wir sind überzeugt, dass unsere Kirche von offenen Gesprächen, theologischer Reflexion und gegenseitigem Zuhören lebt. Gerade dort, wo Entwicklungen Sorge auslösen oder unterschiedliche Wahrnehmungen aufeinandertreffen, brauchen wir Räume, in denen Erfahrungen ausgesprochen und Fragen gestellt werden können, ohne dass dies als Angriff oder Loyalitätsbruch verstanden wird.

Der Informationstag möchte dazu beitragen, Wissen zu vermitteln, Erfahrungen auszutauschen und Orientierung für den praktischen Umgang mit fundamentalistischen Tendenzen zu gewinnen – in Gemeinden, in kirchlichen Strukturen und im persönlichen Umfeld.

Den Auftakt bildet ein Vortrag von Dr. Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers. Im Anschluss besteht die Gelegenheit zur gemeinsamen Diskussion. Dieser Vortrag sowie das Abschlussplenum werden per Livestream übertragen.

Am späten Vormittag steht der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt. In kleinen Gruppen laden wir dazu ein, ins Gespräch darüber zu kommen, wo Menschen fundamentalistische Einstellungen oder Praktiken wahrnehmen, welche Auswirkungen sie erleben und welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt. Hierzu wird es ebenfalls ein Online-Angebot geben.

Am Nachmittag vertiefen mehrere Arbeitsgruppen unterschiedliche Themenfelder:

  • Lutherische Hermeneutik und Fragen der Schriftauslegung
  • Das Konzept der sog. „Schöpfungsordnung“, Geschlechterrollen und Familienleben
  • Christlicher Nationalismus in den USA und mögliche Entwicklungen in Deutschland
  • Rechte und fundamentalistische Influencerinnen und Influencer und ihr Einfluss auf kirchliche Diskurse

Die Arbeitsgruppen werden von fachkundigen Referent*innen begleitet und verbinden inhaltliche Impulse mit praktischen Perspektiven für die Gemeindearbeit.

Wir laden alle Interessierten herzlich ein – unabhängig davon, ob sie unsere Wahrnehmungen teilen, ihnen kritisch gegenüberstehen oder sich zunächst orientieren möchten. Unser Ziel ist nicht die Polarisierung, sondern das gemeinsame Nachdenken darüber, wie wir als Kirche eine Kultur des Zuhörens, der theologischen Verantwortung und der gegenseitigen Wertschätzung stärken können. Denn die Zukunft unserer Kirche entscheidet sich nicht daran, ob wir schwierige Fragen vermeiden, sondern daran, wie wir miteinander über sie sprechen.

Aufbruch SELK e. V. und Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main
Juli 2026

Rückfragen zur Veranstaltung bitte an: veranstaltungen@aufbruch-selk.de

Das Beitragsbild wurde von der Redaktion unter Verwendung der KI ChatGPT erstellt.

Informationsmaterialien:

Ein Aushang zum Ausdrucken für das Schwarze Brett der Gemeinde oder zum Auslegen/Mitnehmen kann hier heruntergeladen werden.

 

 

 

 

 

 

 

Die folgende Kurzfassung der Ankündigung kann für Gemeindebriefe verwendet werden. Sie kann ohne Rückfrage abgedruckt und auch verändert oder erweitert werden. Bitte informieren Sie uns, wenn Sie den Veranstaltungshinweis veröffentlicht haben (E-Mail an veranstaltungen@aufbruch-selk.de)

Geschlossene Gesellschaft?
Info- und Workshoptag zu Fundamentalismus in Kirche und Gesellschaft

Fundamentalistische Strömungen prägen zunehmend gesellschaftliche und kirchliche Debatten – auch innerhalb christlicher Gemeinden. Wie beeinflussen Bibelverständnis, Autorität, Tradition und soziale Medien unsere Kirche? Wo liegen Chancen einer klaren Orientierung im Glauben, wo entstehen Risiken für Gesprächsfähigkeit und kirchliche Gemeinschaft?

Der Verein Aufbruch SELK e. V. und die Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK laden deshalb zu einem Informationstag ein, der Raum für eine sachliche, respektvolle und fundierte Auseinandersetzung mit diesen Fragen schaffen möchte. Dabei geht es ausdrücklich nicht um die Bewertung von Personen, sondern um die Reflexion von Entwicklungen und Positionen in Kirche und Gesellschaft.

Den Auftakt bildet ein Vortrag von Dr. Daniel Rudolphi, Beauftragter für Weltanschauungsfragen der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, mit anschließender Diskussion. Darüber hinaus gibt es Gesprächsgruppen und Workshops zu Themen wie Schriftauslegung, Geschlechterrollen, christlichem Nationalismus sowie dem Einfluss religiöser Influencer*innen.

Samstag, 19. September 2026, 9.30–16.00 Uhr
Trinitatisgemeinde Frankfurt am Main der SELK
Theobald-Christ-Straße 23–25, 60316 Frankfurt am Main

Die Teilnahme ist kostenlos und vor Ort oder online möglich. Wir bitten um Anmeldung unter: https://t1p.de/geschlossene-gesellschaft

Weitere Informationen unter https://mitten-aus-der-selk.de/geschlossene-gesellschaft

Das Beitragsbild kann ebenfalls für Gemeindebriefe verwendet werden, Download hier, ebenso kann ein QR-Code zur Anmeldung hier heruntergeladen werden. Die Materialien sind frei verwendbar.

8 Kommentare zu „Geschlossene Gesellschaft? – Infotag Fundamentalismus in Frankfurt“

  1. Allen, die sich besonders für das Thema der ersten Arbeitsgruppe interessieren, kann ich zur Vorbereitung dieses Buch empfehlen: Krieser, Matthias: Warum die Bibel missverstanden wird: wie man hermeneutische Fallen vermeiden und die Bibel richtig verstehen kann. https://www.sola-gratia-verlag.de/007.htm . Auf 135 Seiten wird das Thema kurz, aber ausführlich genug und gut verständlich für den theologischen Laien behandelt.

  2. Vielen Dank Frau Krieser, dass sie auf die Veranstaltung hinweisen. Alle Themen sind für unsere Kirche sehr wichtig.
    Als Literatur zur Vorbereitung auf die Arbeitsgruppe ist ein Papier besonders zu empfehlen – das Hermeneutikpapier der SELK:
    https://www.selk.de/download/Biblische-Hermeneutik-2011.pdf

    Es ist sicher gut, dass Bibelverständnis in der Kirche und unseren Schwesterkirchen zu betrachten.
    Denn wie ist er zu begründen, dass beim Thema Scheidung ein Herrenwort umgangen wird?
    https://mitten-aus-der-selk.de/scheidung
    In dem ILC (International Lutheran Council) rechtefertig die LCMS (Lutheran Church Missouri Synod) die Todesstrafe biblisch. Das ist offensichtlich in der SELK keine vorherrschende Meinung, bei uns wird das Gegenteil biblisch begründet:
    https://www.lcms.org/about/beliefs/faqs/lcms-views#death-penalty
    In verschiedenen Anträgen, die für die Synode der LCMS, die im Juli stattfindet, wird die Kirche aufgefordert andere Kirche des ILC, so auch die SELK, zu maßregeln. Ist es biblisch begründet, sich so über andere Glaubensgeschwister zu stellen?

    Eine weitere gute Vorbereitung auf die ganze Veranstaltung ist die Beschreibung von Fundamentalismus und Biblizismus auf dieser Homepage:
    https://mitten-aus-der-selk.de/fundamentalismus-begriffsbestimmung

    Thomas Hartung

    1. Ich halte tatsächlich das Thema „Lutherisches Schriftverständnis/Hermeneutik“ für das das wichtigste der vier Arbeitsgruppen, da es grundlegend und damit weichenstellend für künftige Entscheidungsprozesse unserer Kirche ist. Sie haben sich viel vorgenommen, das Thema auf Ihrem Infotag in Frankfurt abzuhandeln.
      Zum Thema Ehescheidung hat die Bibel klare Worte, die Jesus in der Bergpredigt nochmals bekräftigt. Unserer Kirche lehrt hier auch nichts anderes. Allerdings geht es hier andrerseits Seelsorge am einzelnen Menschen im geschützten Raum unter vier oder sechs Augen. Manchmal kann dann bei seelsorgerlichem Rat nur noch zwischen zwei Übeln abgewogen werden. Kirche ist eben immer auch ein großes „Krankenhaus …“
      Zur Frage der Todesstrafe gibt es in der Bibel kein Verbot – nicht einmal von Jesus Christus. Allerdings halte ich persönlich es für gut und richtig, wenn sie in einer modernen Demokratie keinen Platz mehr hat. Hier handelt es sich aber m.E. um eine ethisch-politische Frage, die nicht kirchentrennend sein sollte – ebenso wie die Fragen des Wehrdienstes, der Organspende u.a.
      In Ihrem langen Fundamentalismus-Artikel gibt es viel Gutes und Richtiges zu entdecken, allerdings fiel mir auch manches an Halbwissen auf, was den Leser auf eine falsche Fährte locken könnte. Im Detail darauf einzugehen, würde hier zu weit führen. Bei einem so wichtigen Thema wäre es sicher gut gewesen, sich vor Veröffentlichung nochmals mit einem Theologen unserer Kirche zusammenzusetzen.

      1. Das Thema Scheidung ist sehr interessant, weil hier immer wieder in der Argumentation Herrenworte mit Seelsorge zusammengebracht werden. Bei der Frauenordination geht es um Worte von Paulus, Jesus hat sich hierzu nicht geäußert, die unterschiedlich ausgelegt werden können und auch die Seelsorge. Denn schließlich wird Frauen die Umsetzung ihrer Berufung verwehrt und sie geraten dadurch in seelische Not. Sie resignieren, ziehen sich zurück, verlassen ihre in eigentlich lieb und werte Kirche – also echte Seelsorgefälle. Für sie ist die Kirche kein Krankenhaus.

        Eine Auslegung der Scheidungsworte, die zu der geltenden SELK-Reglung führt, ist nur dann möglich, wenn man die in dem von Ihnen beworbenen Buch verneinten Methoden benutzt, der biblische Text an sich ist eindeutig. Es ist interessant zu sehen, wie die Regelung in der SELK theologisch hergeleitet wurde.

        Die Todesstrafe verbietet sich allein schon durch das 5. Gebot. Es ist für die LCMS nicht nur ein ethisch-politisches Thema, sondern wird biblisch begründet.

        Wie sie hier auf das Thema Kirchentrennung kommen, erschließt sich mir nicht. Ich habe für die Synode in Fulda 2025 den Antrag zur Todesstrafe geschrieben und darin wird das Gespräch mit den Glaubensgeschwistern angeregt. Kirchentrennung ist ein scharfes Schwert, Gespräch und Kompromiss sind eigentlich die Mittel unter Glaubensgeschwistern.

        Warum die ILC das Thema Frauenordination als kirchentrennend ansieht, ist nicht verständlich. Zu vielen Themen sind unterschiedliche kirchliche Regelungen möglich, auch bei dem Thema Scheidung („Herrenwort!“) – hier hat die LCMS eine andere Regelung als die SELK. Was macht das Thema Frauenordination zu einem Besonderen? Warum wird hier eine Kirchentrennung propagiert und im Falle der australischen, neuseeländischen und japanischen Glaubensgeschwistern auch vollzogen?

        Im ILC gibt es unterschiedliche Regelungen zur Scheidung, zur Todesstrafe und in der Leitungsform der Kirchen. Und das alles wird biblisch begründet. Nur bei der Frauenordination ist kein Unterschied möglich, das soll also das verbindliche Erkennungsmerkmal der Kirchen sein. Das ist nicht nachzuvollziehen.

  3. Liebe Frau Krieser,
    das von Ihnen empfohlene Buch ist im Zusammenhang der Ausgangsfrage leider wenig erhellend.

    Zum einen ordnet der Autor noch in der Einleitung (S. 10) das für das Verstehen des Wortes Gottes entscheidende Wirken des Heiligen Geistes dem intellektuellen Zugang zur Schrift unter: „Der spirituelle Aspekt des Bibellesens ist zwar von größter Bedeutung,
    dennoch möchte ich auch auf ihn nicht näher eingehen, denn er entzieht sich weitgehend einer sachlichen Analyse. So wichtig das Gebet des Bibel lesenden Christen ist und so sehr der Heilige Geist beim rechten Verstehen helfen muss, so wenig kann man untersuchen, auf welche Weise Gebet und Geist mit den intellektuellen
    Vorgängen des Verstehens zusammenwirken.“ Das übereinstimmende Zeugnis der Bibel aber betont gerade das Wirken des Heiligen Geistes als grundlegend für das wahre Verständnis des Wortes Gottes. „Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig“ sagt der Apostel Paulus in 1 Kor 3,6. Wahrheit ohne Geist bleibt für den Glauben wirkungslos und endet irgendwann in Ideologie und Rechthaberei.

    Zweitens verschweigt der Autor bei der geforderten Erschließung des Wortsinns durch den unzweifelhaft notwendigen intellektuellen Zugang zur Bibel leider die größte und schwerwiegendste Falle im Umgang mit der heiligen Schrift, nämlich die unreflektierte und unmittelbare wörtliche Anwendung von Bibelworten auf Fragestellungen der heutigen Zeit ohne geeignete hermeneutische Methodik. Wenn der Gesamtkontext, also der Bedeutungszusammenhang des Textes nicht ausreichend erschlossen und betrachtet wird, führt das zu einer willkürlichen Verwendung von Einzelstellen der Heiligen Schrift, die sich eher den eigenen Wunschvorstellungen unterordnet als dem eigentlichen Wortsinn.
    Daher ist die Anwendung nachvollziehbarer hermeneutischer Werkzeuge und Methoden für die schriftgemäße Auslegung unerlässlich.

    Freundliche Grüße,
    Thomas Krüger

  4. Lieber Herr Krüger,
    ich kann Sie nur von Herzen dazu ermutigen, ein wenig Zeit zu investieren und das oben empfohlene Buch in Gänze aufmerksam und langsam zu studieren. Dann wird Ihnen klar, dass der Autor eben nicht den menschlichen Intellekt über den Heiligen Geist beim Bibellesen stellen will. Mir ist nicht so ganz klar geworden, wie Sie diesen Schluss aus der von Ihnen zitierten Passage der Einleitung herleiten.
    Wenn Sie das ganze Buch lesen, dann werden Sie auch verstehen, dass diesem der reformatorische Grundsatz zu Grunde liegt: „Die Schrift legt sich selbst aus.“ Es geht also gerade nicht darum, einzelne Sätze oder gar Wörter aus dem Kontext zu reißen, sondern um eine Zusammenschau der ganzen Heiligen Schrift Alten und Neuen Testaments als dem lebendigen Wort Gottes, bei der sich einzelne Stellen gegenseitig beleuchten und erklären.
    Wir dürfen aber auch nicht in die Falle tappen, so wie die Pharisäer und Sadduzäer „spitzfindige“ Fragen zu einzelnen biblischen Aussagen zu stellen in der Hoffnung, Gottes Wort damit irgendwie umgehen oder für uns moderne Menschen unglaubwürdig hinzustellen – z.B.: „Wenn es außer Adam und Eva und ihren Kindern damals keine weiteren Menschen auf der Erde gegeben haben soll: Wo haben dann Adams Söhne ihre Frauen hergenommen?“
    Ich halte das Buch für eine gute Ergänzung zum SELK-Hermeneutikpapier und vor allem für Laien leichter verständlich geschrieben!
    Viele Grüße
    Angelika Krieser

  5. Das von Thomas Hartung empfohlene Hermeneutikpapier der SELK empfehle auch ich allen, die sich in die Grundsätze der christlichen Bibelauslegung vertiefen möchten. Das darin entfaltete Schriftverständnis „leitet insbesondere dazu an, – die Schrift in ihrem eigenen Wortlaut so auszulegen, dass Christus als ihr Herr und König erkannt ist; – die Schrift in der Gewissheit auszulegen, dass das, was sie sagt und wirkt, Wahrheit und Wirklichkeit ist und nicht trügt; …“ (aus der Präambel). Unter anderem werden darin auch sachgemäße von abwegigen Vorverständnissen beim Hören auf Gottes Wort unterschieden. Mit den verschiedenen Vorverständnissen habe ich mich ausführlich in meinem Buch „Warum die Bibel missverstanden wird“ auseinandergesetzt. Es mag sein, dass meine Ausführungen ihrerseits hier und da missverstanden sind oder gar Fehleinschätzungen enthalten; darüber kann man sich im Einzelnen gern unterhalten. Ich verstehe allerdings nicht die grundsätzliche Kritik von Thomas Krüger an meinem Buch. Er meint, dass der „Gesamtkontext, also der Bedeutungszusammenhang des Textes nicht ausreichend erschlossen und betrachtet wird“. Gerade darum geht es jedoch in den zehn Kapiteln, die den Hauptteil des Buches ausmachen. Ebenso unverständlich ist mir Thomas Krügers Behauptung, ich ordne das für das Verstehen des Wortes Gottes entscheidende Wirken des Heiligen Geistes dem intellektuellen Zugang der Schrift unter; er dementiert das dann aber gleich wieder faktisch mit einem Zitat aus meinem Buch, das dem spirituellen Aspekt des Bibellesens größte(!) Bedeutung zubilligt. Ich bin allerdings überzeugt davon, dass der Heilige Geist nicht neben dem Sinn der biblischen Texte lehrt und wirkt (oder gar gegen ihn), sondern in den von ihm inspirierten Worten und durch den Sinn, der sich aus ihnen ergibt.

  6. Reinhard Borrmann, Berlin

    Wie können wir miteinander ins Gespräch kommen. Eine Gruppe ist meistens nicht so geschlossen, wie sie scheint. Was uns verbindet ist doch, dass wir Kinder Gottes sind. Und Gott arbeitet an uns und durch das Leben mit dem lebendigen Gott, unserem Vater im Himmel, werden wir verändert. Durch den gemeinsamen Gottesdienstbesuch, den Andachtszettel lesen und das Gespräch mit Gott im Gebet.

    Unser Gott schaut auf uns und denkt sicherlich: was zanken sie sich denn so. Geschwister dürfen doch verschieden sein, das ist doch ein Reichtum in Gottes Reich. Unser Gott verändert uns doch, wir sind Ton in der Hand unseres Schöpfers.
    Es ist schwer, eine abweichende Meinung zu den führenden Mitgliedern einer Gruppe zu haben und das Salz zu sein.

    Mein Chef in der Firma hat in großer Runde gesagt: „die Firma bringt euch alle dazu so zu sein, wie es die Firma will, außer zwei.“ Und das waren die Christen. Wir haben doch Gottes Wort und sollen das beachten und Salz sein.

    Vor 80 Jahren übernahmen die deutschen Christen in vielen Kirchen die Macht. Mit klugen Methoden eroberten sie Synoden. Heute wissen wir, dass die Bekennende Kirche richtig gehandelt hat, auch wenn das für Manche Gefängnis bedeutet hat.
    Für eine Synode der SELK wurde ermittelt, wie unsere drei Freikirchen in der Zeit gehandelt haben. Ich habe diesen Synodenbericht gelesen. Ich habe die alte SELK, die Hermannsburger bewundert. Sie haben klugen Widerstand geleistet.
    Wie können wir so handeln, dass sich Jesu über uns freut. Die Frage ist nicht einfach zu beantworten.
    Mir ist es ein Anliegen, Begegnungen zu ermöglichen zwischen verschiedenen Gruppen. z.B. beim Kirchenkaffee oder gemeinsamen Projekten in der Arbeit für Gott.

    Gott hat doch auch einen Saulus berufen und verändert. Und kämpfende Islamanhänger, die dann Jesus gefunden haben und seine Mitarbeiter wurden. Wo wir verschiedene Meinungen haben ist doch dagegen was Kleines und das Gemeinsame ist doch viel größer. Deshalb arbeite ich seit vielen Jahren in der Ökumene mit, damit Verständnis wächst für den Glauben der Menschen in anderen Kirchen. Wir werden doch Christen aus anderen Kirchen in Gottes Himmel wiedersehen.

    Gott, unser Vater im Himmel leite uns. Liebe Grüße: Reinhard Borrmann

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